Was machen so viele Menschen hier? – Ein Bericht von der Abschlussmesse

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Es ist heiß. Jene Verrückten, die zu Beginn der Abschlussmesse mit dem Heiligen Vater auf dem großen Feld noch keinen Sonnenschutz hatten, besorgen sich spätestens in dem Moment, in dem der Papst zur Predigt schreitet, einen Schirm oder zumindest eine Kopfbedeckung. Die Sonne brennt herunter – auch auf die Kardinäle in der ersten Reihe. Eine kurze Stille entsteht, über eine Million Jugendliche warten gespannt auf die Worte eines alten Mannes aus Argentinien. Sie alle haben viele Mühen und Strapazen auf sich genommen, um bei diesem Weltjugendtag in Krakau eine junge, lebendige Kirche zu erleben, um zu sehen, wie Menschen aus der ganzen Welt zusammenkommen und auf den Straßen bunte Fahnen schwingend gemeinsam singen, tanzen und beten. Und um Papst Franziskus zu hören.

Er beginnt, das eben gehörte Evangelium von Zachäus auf unser Leben anzuwenden und zählt drei Hindernissen auf, die uns davon abhalten, Jesus zu begegnen. Als erste Hürde führt er die geringe Körpergröße des Zöllners an, die für unser Minderwertigkeitsgefühl stehe. Und er bringt die Sache auf den Punkt: „Und Gott rechnet mit dir aufgrund dessen, was du bist, nicht aufgrund dessen, was du hast. […] In seinen Augen bist du wertvoll, und dein Wert ist unschätzbar.“ – Richtig stark.

Es ist immer noch heiß und die Schweißperlen auf der Stirn rinnen langsam zusammen, bevor sie auf den Boden tropfen. Dabei erinnert man sich an die vergangen Tage, an die jubelnde Menschenmengen genauso wie an stille Momente in der Kirche. In der Hitze auf dem Campus Misericordiae denkt man gerne an die kühlen Abende mit der Gastfamilie etwas weiter draußen auf dem ruhigem Land zurück, wo man bei voll gedecktem Tisch die großzügige polnische Gastfreundschaft genießen durfte. Solche ruhigen Augenblicke waren aber eher eine Seltenheit, die Woche war nämlich ziemlich abenteuerlich. Die Straßenbahnen waren vollgestopft und dennoch sang man lautstark das Resucitó der Spanier mit oder versuchte bei der aufgedrehten, trommelnden Gruppe aus Afrika mitzutanzen. Die Stimmung war einfach genial und die Freude über den Glauben ansteckend. Manchmal geschah es sogar, dass einer aus unserer Gruppe eines der berühmten Austropop-Lieder anstimmte und die polnischen Busfahrer mit Schlagern wie „I am from Austria“ bekannt machte.

Plötzlich wird man von Papst Franziskus aus den Erinnerungen gerissen und zurück in die Gegenwart geholt. „Er ist das Risiko eingegangen, hat sich selbst aufs Spiel gesetzt.“ Das Kirchenoberhaupt spricht vom zweiten Hindernis, von der lähmenden Scham, die Zachäus und wir überwinden mussten und müssen. „Das ist auch für uns das Geheimnis der Freude: die gute Neugier nicht auslöschen, sondern sich selbst aufs Spiel setzen, denn das Leben darf nicht in eine Schublade eingeschlossen werden.“

Allein bis die Worte vom Papst vom Ambo auf der Hauptbühne bis zum letzten Sektor vordringen, vergehen ein Dutzend Sekunden. Dabei sind die Tage hier in Krakau erstaunlich gut organisiert; die Toiletten-Anlagen auf dem Feld sind ausreichend und die Essensausgabestelle an der Weichsel direkt vor der Wawel-Burg war in dieser Woche ein Geheimtipp für alle, die lange Schlangen scheuen und trotzdem gerne polnische Spezialitäten genießen.

Die andächtig geneigten Köpfe, teils über beide Ohren mit dem Übersetzungsgerät aka Handy verkabelt, teils um ein beeindruckendes, fast antikes Radio-Modell versammelt, richten sich kurz auf und schauen nach oben. „Die Menge hat Zachäus an jenem Tag das Urteil gesprochen, sie hat ihn von oben herab angesehen; Jesus hingegen hat das Gegenteil getan: Er hat zu ihm hinaufgeschaut.“ – Die dritte Hürde, die raunende Menge. Der Satz reiht sich in die vielen Worte des Mutes und der Hoffnung, die uns der Nachfolger Petri in den letzten Tagen zugesprochen hat.

Die Sonne steigt höher, die Wandlung rückt näher. Eine Millionen Jugendliche aus über 160 Nationen knien andächtig auf einem riesigen Gelände am Boden und erwarten den Höhepunkt der Heiligen Messe. Außer den lateinischen Messworten ist fast nichts zu hören; die Sprechchöre der letzten Tage sind verklungen und der überschwängliche Jubel hat sich in eine ehrfürchtige Stille verwandelt. Das Geheimnis der Eucharistie wird hier mit Millionen gleich gefeiert wie in unseren kleinen Pfarren Zuhause – denn es geht um Christus.

Die Hitze ist immer noch nicht vergangen, aber im Moment, wo der Papst den nächsten Weltjugendtag in Panama 2019 ankündigt, breitet sich eine Welle des Jubels aus, die recht bald nach dem Ende der Hl. Messen wieder in Sprechchöre und eine große Wasserschlacht übergeht.

Und Du fragst mich, was wir uns mitnehmen? Einen Auftrag von unserem „Papa Francesco“ höchst persönlich: „Und jene Freude, die ihr umsonst von Gott empfangen habt, bitte, gebt sie umsonst weiter (vgl. Mt 10,8), denn viele warten auf sie, und sie erwarten sie von euch!“

Worte des Papstes

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Papst Franziskus hat vor und während dem Weltjugendtag zu uns Jugendlichen gesprochen und uns viel Hoffnung und Mut gegeben. Und es lohnt sich, seine Worte noch einmal zu lesen, seine und aus seiner Botschaft Kraft für unser Leben zu schöpfen.

Lest seine Worte noch einmal durch, ihr werdet sicher Dinge entdecken, die ihr beim ersten Hören noch gar nicht wahrgenommen habt!

Botschaft zum 31. Weltjugendtag 2016

Ansprache bei der Begrüßungsfeier

Ansprache nach dem Kreuzweg

Ansprache bei der Vigil auf dem Campus Misericordiae

Predigt bei der Abschlussmesse des WJT

 

 

DOCAT – Fulfill the dream of Pope Francis

veraenderediewelt

Der Papst hat uns Jugendliche aufgerufen, die Soziallehre der Kirche zu lesen und in unserem Leben umzusetzen. Dazu ist ein neues Youcat-Buch erschienen, der DOCAT, der die konkrete Anwendung des Glaubens in Familie, Gesellschaft und Politik behandelt und Fragen aufwirft wie:
„Wenn Gott die Welt aus Liebe geschaffen hat, warum ist sie dann voll von Unrecht, Unterdrückung und Leid?“
„Wer legt eigentlich fest, was Soziallehre der Kirche ist?“
Wie viel Freiheit braucht der Mensch?“
„Darf Familienpolitik versuchen, die Entscheidungen der Paare zu beeinflussen?“

Der Traum des Papstes ist, dass 1 Million Jugendliche sich an #DocatMovement beteiligen und gemeinsam die Welt verändern. Bis morgen, 10.August 2016, steht der Docat als App fürs Handy gratis zum Download zur Verfügung!

Packliste

In weniger als 16 Stunden fahren wir weg und da vermutlich einige gerade am Einpacken sind, schicken wir euch eine kleine Hilfestellung, eine Liste mit Dingen, die ihr nicht vergessen solltet.

  • Reisepass + zusätzliche Kopien (bitte Kopien getrennt vom Reisepass aufbewahren)
  • Einverständniserklärung der Eltern für Minderjährige in Original
  • E-Card
  • Umgetauschtes Bargeld (in Polen zahlt man mit Zloty)
  • Bibel, Rosenkranz
  • Kopfbedeckung
  • Sonnencreme, Insektenschutz
  • Taschentücher
  • Isomatte
  • Schlafsack
  • Plastiksack (großer schwarzer Müllsack für die Abschlussnacht in Krakau im Freien als Schutz vor Kälte und Nässe)
  • Wanderrucksack (keine Koffer, da wir einiges zu gehen haben werden)
  • Bauchtasche (empfehlenswert für Wertgegenstände)
  • festes Schuhwerk
  • Taschenlampe
  • Steckdosenverteiler, Stecker-Adapter für große Schuko-Köpfe
  • regenfeste Jacke
  • Badezeug: bitte nicht auf das Handtuch vergessen! (Für alle die Extended fahren ist es am besten, wennjeder eines für den Strand und für die Dusche mitnimmt.)
  • Toilettenartikel: Zahnbürste, Zahnpasta, Shampoo, usw.
  • Kleidung: bitte kirchentauglich für die Hl. Messen (Schulter und Knie bedeckt)
  • Ohropax
  • ausreichend Trinken und Jause für die Hinfahrt
  • Wer Österreichfahnen hat ist herzlich eingeladen welche mitzunehmen!!!!

Der Weltjugendtag kann kommen🙂

Noch nicht dabei? Wir geben euch noch einen Bus!

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Gute Nachricht: Nachdem unser  Bus bereits kurz vor Anmeldeschluss voll war, die Anmeldungen aber weiterhin überlaufen, haben wir einen zweiten Bus für euch organisiert. Das heißt, alle, die sich bis jetzt auf der Warteliste gedulden mussten, sind nun fix dabei und wir verlängern die Anmeldung, bis der zweite Bus auch voll ist!

Wir geben euch einen zweiten Bus, also füllt ihn!

Ein Fall für Schnäppchenjäger

Finanz_Unterstuetzung

Du willst dir 100€ sparen, brauchst eine finanzielle Unterstützung oder kannst wegen der Kosten nicht mitfahren? Nicht verzagen, wir zeigen dir drei Möglichkeiten, um dir die Reise zum Weltjugendtag leistbar zu machen!

TIPP #1: Hilf beim Jungfamilientreffen 19.-24.Juli 2016 in Pöllau mit!Rabatt_JuFa
Das Treffen, bei dem mehr als 175 Familien erwartet werden, sucht unbedingt noch Mitarbeiter, die vor allem als Kinderbegleiter mithelfen können. Als Belohnung bekommst vom Treffen 100€ Unterstützung für unsere Weltjugendtagsfahrt. Mach dich schlau unter http://www.jungfamilientreffen.at

 

TIPP #2:  Frag in deiner Diözese nach! Die Kirche selbst will die Jugend ermutigen, zum großen Treffen mit dem Papst in Krakau zu fahren, deshalb gibt es bei manchen Diözesen einen finanziellen Zuschuss für die Fahrt.

TIPP #3:  Trau dich, deinen Pfarrer zu fragen! Viele Priester freuen sich, wenn Jugendliche aus ihrem Ort den Glauben lebendig leben und sind durchaus bereit euch mit ihrem kleineren oder größeren Beitrag unterstützen, also keine Angst den Ortspfarrer von sich aus anzusprechen.

Falls Sie das lesen und die Jugendlichen bei unserer Fahrt gerne unterstützen möchten, schreiben Sie uns einfach an wjt@christlichefamilie.at!